Die Agenda 2030 und SDGs im Recruiting:

Warum Ihr Unternehmen diese CSR-Initiativen unterstützen sollte!

von Klaudia Bachinger


Die Unterstützung von Corporate Social Responsibility (abgekürzt: CSR, auf Deutsch “Unternehmerische Gesellschafts- und Sozialverantwortung”) Initiativen ist schon lange keine reine Imagepflege mehr, sondern ein wichtiger Schritt, um das eigene Unternehmen nachhaltig zu entwickeln und auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Besonders wenn es darum geht, eine zukunftsfähige Personalstrategie aufzusetzen, wird es immer wichtiger, den eigenen Blick zu erweitern und “responsible recruiting” zu betreiben.

Wie wichtig dieses Thema für die Gesellschaft ist, zeigt auch, dass sich die Vereinten Nationen diesem Thema annehmen. Mit dem Aktionsplan “Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung” präsentierte man bei der Vollversammlung in Rio 2015 17 Ziele zur Gewährleistung der nachhaltigen Entwicklung - oder eben auch Sustainable Development Goals (abgekürzt SDG, siehe Glossar am Ende dieses Artikels) genannt. Der Aktionsplan wurde als Agenda 2030 auch von der österreichischen Bundesregierung aufgenommen.

Es gibt schon jetzt unternehmerische Vorreiter, die sich ein Beispiel an den SDGs nehmen, wie zB. L’Oréal. Mit ihrem eigens ins Leben gerufenem Solidarity Sourcing Program fördert die Kosmetikmarke in der gesamten Unternehmensgruppe Recruiting-Maßnahmen, die Menschengruppen unterstützen, die aufgrund von zB. Herkunft, Geschlecht, Alter, körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen usw. in der Gesellschaft diskriminiert werden.


Wie SDGs im Recruiting helfen können

Mit der Beschreibung folgender ausgewählter Ziele möchte ich aufzeigen, dass es sich lohnt, im Recruiting in die Ziele nachhaltiger Entwicklung zu investieren.

“Der demographische Wandel, als Katastrophe beschimpft, ist der eigentliche Schlüssel zu einer innovativen und attraktiven Gesellschaft.” —  Dr. Daniel Dettling, Zukunftsinstitut

Ziel 1: Keine Armut

17% der österreichischen Frauen über 65 lebten 2017 an der Armutsgrenze und sind trotz oftmals sehr guter (Aus-)Bildung auf Hilfe vom Staat angewiesen. Durchschnittlich beziehen Frauen in Österreich EUR 824,- weniger Rente im Monat als Männer, das ist eine Differenz von knapp 43 % (Quelle: Statistik Austria). Diese Tatsache wird sich mit der demographischen Veränderung noch verschärfen und es fehlt noch immer an nachhaltigen Lösungen, die die Schere nicht weiter aufgehen lassen.

Mit der Vermittlung von projektbasierten, Teilzeit- oder saisonalen Jobs an Menschen in der späteren Lebensphase, können von Altersarmut Betroffene aktiv dazuverdienen und in Würde älter werden.

Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen

Der Eintritt in den Ruhestand trifft viele Menschen besonders hart. Soziale Isolierung, der Verlust von Identität und Wertschätzung, sowie das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, führen sehr häufig zu Altersdepression, Anfälligkeit für Krankheiten und rapidem Abbau der geistigen Fähigkeiten. (siehe auch WisR Blog: Strategien gegen die Altersdepression)

Gleichzeitig ist das derzeitige durchschnittliche Rentensantrittsalter in Österreich bei 60 Jahren eines der niedrigsten in Europa, und das, obwohl ein 60-Jähriger Mensch heute das biologische Alter eines 40-Jährigen von vor 100 Jahren hat.

Downaging
Downageing: Unsere Altersbilder sind veraltet.



Das löst eine Dissonanz in der Wahrnehmung des eigenen Alters aus, wo sich das chronologische und gefühlte Alter immer stärker auseinander bewegen (mehr zum Thema Downageing). Der Antritt der Rente ist deshalb für viele Menschen mit einem negativen Gefühl behaftet und der Übergang in den Ruhestand ein Stempel mit dem Label “Altes Eisen”.

Dabei wissen wir, dass sich die Hälfte der Menschen im deutschsprachigen Raum im Rentenantrittsalter — das waren 2016 in Österreich 1,1 Mio. — aktiv einbringen möchten, mit jüngeren Generationen arbeiten, ihr Wissen und Erfahrung weitergeben und auch Neues lernen wollen (Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung: Weiterbeschäftigung im Rentenalter).

Sinnvolle Tätigkeiten, soziale Kontakte und aktives Teilnehmen am Arbeitsmarkt halten eine alternde Gesellschaft gesünder, beugen Altersdepression vor und entlasten unser Gesundheits- und Sozialsystem.

Ziel 4: Hochwertige Bildung

Der Wissenstransfer zwischen den Generationen ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren im Rahmen einer erfolgreichen und nachhaltigen Unternehmensführung. Durch die Veränderungen unserer Gesellschaft in eine digital fokussierte Welt, sowie den Mangel an generationsübergreifenden Konzepten und Strukturen öffnet sich die Schere zwischen den Generationen immer weiter.

Laut der Studie “Social Separation of Old and Young: A Root of Ageism” mit Datensätzen aus den USA und Niederlande führen nur 3% der jungen Erwachsenen Gespräche mit Menschen über 53 Jahren außerhalb ihrer Familie, und umgekehrt.

Die mangelnde Bereitschaft, sich mit anderen Generationen auszutauschen, hat schwerwiegende Konsequenzen für den Wissenstransfer innerhalb des Unternehmens. Young Professionals, Lehrlinge und junge Führungskräfte, denen in vielen Situationen die Erfahrung und Fähigkeiten fehlen, stehen älteren Generationen gegenüber, die mit der rapiden Entwicklung moderner Technologien oftmals überfordert sind.

Mit dem Abbau älterer ArbeitnehmerInnen und den Pensionierungen wertvoller Fachkräfte lösen Firmen diesen Konflikt nicht, sondern verlieren darüber hinaus viel wertvolles Wissen und Expertise.

Mit der Reintegration älterer Menschen und der aktiven Förderung eines generationenübergreifenden Austauschs, schaffen Unternehmen ein inklusives Umfeld, wo lebenslanges Lernen, intergenerationeller Wissenstransfer und Wachstum in allen Lebensphasen gefördert wird. Jede Lebensphase ist wichtig, jede Lebensphase hat ihre Stärken, und jeder Mensch hat das Potenzial, neue Dinge zu lernen und ins Unternehmen einzubringen.

Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Unternehmen, die Diversität leben, sind deutlich erfolgreicher. Untersuchungen (u.a. von Roland Berger, McKinsey, Deloitte, BCG) zeigen, dass Diversität nicht nur eine reine Good-Will-Aktion, sondern eine Notwendigkeit für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Unternehmensstrategie ist.

Generationenübergreifend
Wissenstransfer als Erfolgsfaktor nachhaltiger Unternehmensführung



Die personelle Vielfalt in Organisationen, führt zu eindeutigen ökonomischen Vorteilen: Generationenübergreifende Teams sind produktiver, erbringen bessere Leistungen, finden kreativere Lösungsansätze, ergänzen sich in ihren Kompetenzen und lernen voneinander. Diese Symbiose trägt wesentlich zu einer positiven Unternehmenskultur und Performance-Steigerung innerhalb der Firmen, und ist damit eine Chance für Wirtschaftswachstum.

Angesichts des Arbeitskräftemangels, der anfallenden Pensionierungswellen der Babyboomer-Generation und dem bereits heute stark limitierten Talentepools, ist es vor allem im Recruiting ein Luxus auf ältere Generationen und deren Erfahrung zu verzichten.

Ziel 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Der letzte Punkt der Ziele zur nachhaltigen Entwicklung ist gleichzeitig die Zusammenführung aller Ziele und ein Aufruf zur Kooperation. Nur gemeinsam können wir die nachhaltige Entwicklung gewährleisten. Gemeinsam sind wir stärker, gemeinsam ist es auch einfacher, denn gemeinsam profitierien wir von den Kompetenzen der jeweils anderen.

WisR ist Experte für Recruiting und Jobvermittlung im Zukunftssektor Best Ager. Mit dem Einsatz von älterem und erfahrenem Personal für projektbasierte, Teilzeit- oder saisonale Jobs, erfüllen Sie mehrere SDGs mit einem Schlag.

Durch das Angebot sinnstiftender Tätigkeiten und aktiver Teilnahme am Arbeitsmarkt, helfen Sie dabei, eine alternde Gesellschaft gesünder halten, Altersdepressionen vorzubeugen und unser Gesundheits- und Sozialsystem zu entlasten. Mit der Förderung eines generationenübergreifenden Austauschs, begünstigen Sie lebenslanges Lernen und einen intergenerationellen Wissenstransfer.

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Glossar: Was sind die SDGs / Ziele zur nachhaltigen Entwicklung?

SDGs

Ziel 1: Keine Armut
Ziel 2: Kein Hunger
Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen
Ziel 4: Hochwertige Bildung
Ziel 5: Geschlechtergleichstellung
Ziel 6: Sauberes Wasser und Sanitärversorgung
Ziel 7: Bezahlbare und saubere Energie
Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Ziel 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
Ziel 10: Weniger Ungleichheiten
Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
Ziel 12: Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster
Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
Ziel 14: Leben unter Wasser
Ziel 15: Leben an Land
Ziel 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
Ziel 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Quelle: www.univienna.org