Alles, was Du über den Zuverdienst in der Rente wissen musst

Du bist in Rente und möchtest weiterarbeiten, doch du bist dir nicht so sicher, wie die rechtlichen Rahmenbedingungen aussehen? Darf man als RentenbezieherIn überhaupt nebenher Geld hinzuverdienen?

Hier erfährst du alles Wissenswerte über den Rentenhinzuverdienst je nach deiner Rentenbezugsart – denn es macht einen großen Unterschied, ob du in der Regelsaltersrente bist oder schon vorzeitig Rente beziehst. Die Flexirente schafft die ideale Voraussetzung für unterschiedliche Modelle, die dir sogar dabei helfen, die Rente aufzubessern!

Ein kleiner Hinweis: Auf diesen Seiten findest du allgemeine Informationen. Bitte prüfe deine persönlichen Voraussetzungen mit einem Steuerberater und bei den Informationsstellen deines Versicherungsträgers.

Hinzuverdienst in Regelsaltersrente

Grundsätzliches: Die Regelsaltersgrenze

In Deutschland besteht ab dem Erreichen der Regelsaltersgrenze Anspruch auf die Regelaltersrente. Die Grenze ist nach Geburtsjahr gestaffelt: Wenn du zwischen 1947 bis 1963 geboren bist, wird die Regelaltersgrenze stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben.

Auswirkung auf Rente

Wer die Regelaltersgrenze schon erreicht hat, darf grundsätzlich unbegrenzt etwas hinzuverdienen, ohne dass die Rente angegriffen wird. RegelaltersrentenempfängerInnen müssen ihre Beschäftigung dann auch nicht ihrem Rentenversicherungsträger melden.

Auswirkung auf Steuerpflicht

Achtung: Jedes Einkommen aus Rente und Nebenjob (auch durch sogenannte Minijobs) welches über dem Grundfreibetrag liegt, ist steuerpflichtig. Im Jahr 2019 liegt dieser Betrag für Ledige bei € 9.168,- pro Jahr.

Hinzuverdienst vor Erreichen der Regelsaltersgrenze

Wenn du vor Erreichen der Regelsaltersgrenze Rente beziehst, darfst du die sogenannte Hinzuverdienstgrenze von € 6.300,- Euro pro Jahr nicht überschreiten, sonst vermindert sich deine Rente.

Überschreitet der Hinzuverdienst diese Grenze, wird der Differenzbetrag durch 12 geteilt und davon 40 % von deiner Rente abgezogen. Du erhältst dann eine Teilrente.

Hinzuverdienstdeckel

Es gibt auch einen Hinzuverdienstdeckel. Der Begriff bezeichnet die individuelle Höchstgrenze für den Hinzuverdienst. Diese wird aus den Einkommensverhältnissen der letzten 15 Kalenderjahren vor Rentenbeginn errechnet.

Nähere Informationen solltest du am besten bei deinem Rentenversicherungsträger einholen und gemeinsam errechnen.

Positive Auswirkung ab Erreichen der Regelaltersrente

Übrigens: Wer vorzeitig in Altersrente geht und nebenbei weiterhin Geld verdient, ist versicherungspflichtig und zahlt auf dieses Einkommen auch weiterhin Beiträge in die Rentenversicherung. Dadurch erhöht sich wiederum der Rentenanspruch!

Meldepflicht

Jede Erwerbstätigkeit ist dem Rentenversicherungsträger zu melden. Dort erfährst du auch, ob der Verdienst die Grenze einhält oder überschreitet.

Auch eine Möglichkeit: Später in Rente gehen

Du kannst selbstverständlich auch auf die Regelsaltersrente erst später in Anspruch nehmen und eine Zeit lang weiter arbeiten. Das hat viele Vorteile: Für jeden Monat, den du über die Regelaltersgrenze hinaus noch weiter arbeitest und keine Rente beziehst, gibt es einen Rentenzuschlag von 0,5 Prozent. Wenn du deine Rente also um ein Jahr hinausschiebst, bekommst du allein dafür schon einen Zuschlag von 6 Prozent.

Zusammenfassung: Im Rentenalter Arbeiten – Die Flexirente macht’s möglich

Mit dem Flexirentengesetz 2017 wurde durch die Bundesregierung die Basis geschaffen, eine Verminderung der Rente durch die Aufnahme von Teilzeitjobs zu verhindern. Dem Rentner bzw. Frührentnern ist so Entscheidung über den Rentenbezug selbst überlassen. Drei unterschiedliche Modelle sind möglich.

Wer sich in Frührente befindet aber trotzdem weiter arbeitet, vermindert automatisch seine Rente mit jedem Monat vorgezogene Rente. Diese Abschläge können nun durch freiwillige Beiträge ausgeglichen werden. Für Frührentner, die mehr als € 6.300,- im Jahr verdienen möchten, ist dies ratsam, da der Differenzbetrag über 6.300,- zu 40 % von der Rente abgezogen wird.

Wer sich im Regelalter für die Rente befindet und regulär weiterarbeiten möchte, kann nun auch entscheiden, die Rente später in Anspruch zu nehmen. Das zahlt sich aus: Mit jedem ausgesetzten Monat erhöht sich der spätere Rentenbezug um 0,5 %!

Ab dem Erreichen des Regelalters verfällt übrigens die Rentenversicherungsplicht. Seit dem Flexirentengesetz ist es allerdings möglich, weiterhin Rentenversicherung zu zahlen. Das erhöht ebenfalls die spätere Rente!

Unser Tipp: Einfach beraten lassen! Für die individuelle Beratung steht dir dein Rentenversicherungsträger gerne zur Verfügung! Hier sind die Beratungsmöglichkeiten.

Quellen & weiterführende Links


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